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Kurzurlaub auf dem Floß

Titelbild-TreibGuT

Vorletztes Wochenende war es endlich so weit. Floßverleih TreibGuT hatte uns zu einer Floßtour über die Havel eingeladen. Dank der zahlreichen Informationen, die ich vorab vom Floßverleih TreibGuT bekommen hatte, waren wir gut vorbereitet und so ging es Freitagvormittag nach Fürstenberg/Havel. Dort – auf dem Campingplatz “Am Röblinsee” – hat TreibGuT eine von drei Stationen. Auf Grund der weiteren Anreise hatten wir 15.00 Uhr vereinbart, sonst ist Floß-Übergabe schon um 12.00 Uhr.

Die Anreise nach Fürstenberg

Dank Navigation ist der Campingplatz schnell gefunden und wir parken erst einmal vor der Schranke (später erfahren wir, dass es Parkplätze für TreibGuT-Kunden gibt). Der Platzwart zeigt uns den Weg zur TreibGuT Station, von Weitem können wir schon die Flöße sehen. Noch hält das Wetter, die Sonne glitzert im See und die Flöße schaukeln sanft hin und her. Dass sich das bereits in der Nacht ändern wird, ahnen wir noch nicht, als wir auf den Mitarbeiter treffen, der uns das Floß übergibt.

Das Floß

So ein Floß muss einem ja erst einmal “erklärt” werden, also gibt es zunächst eine kleine “Floßführung”, bei der wir unser Zuhause auf Zeit kennen lernen. Unser Floß heißt “Toran” und bietet Platz für vier Personen. Insgesamt ist das Floß schätzungsweise 7m lang und 3m breit, unterteilt in eine Freifläche (ca. 2,85m x 2,85m) und eine Holzkajüte (ca. 2,50m x 2,50m). Hinter der Holzkajüte befindet sich noch eine weitere kleine Freifläche, die Platz für die “Sanitäranlagen” bietet.

Auf das Floß, fertig, los!

Auf das Floß, fertig, los!

Auf der Freifläche befinden sich 1 Tisch und 2 Bänke, in einer weiteren Bank versteckt sich die Gasflasche für den 2-Platten-Gaskocher in der Küche. Außerdem befindet sich hier draußen auch das Ruder (überdachter Steuerstand).

Freifläche mit Tisch und Bänken

Freifläche mit Tisch und Bänken

Die Kajüte unterteilt sich in Küche (ausreichend ausgestattet für vier Personen) und Schlafplätze. Die unteren Schlafplätze können dabei zu Sitzmöglichkeiten umgeklappt werden.

Die Kajüte von innen - sorry für das Chaos ;)

Die Kajüte von innen – sorry für das Chaos ;)

Die Kajüte von innen - sorry für das Chaos ;)

Die Kajüte von innen – sorry für das Chaos ;)

Die Kajüte von innen - sorry für das Chaos ;)

Die Kajüte von innen – sorry für das Chaos ;)

Das begehbare Dach nicht zu vergessen…

Auf dem Dach lässt's sich aushalten...

Auf dem Dach lässt’s sich aushalten…

Und wie steuert man so ein Floß?

Nach der Floßführung ist vor der Einweisung. Wie startet man den Motor? Wie steuert man das Floß? Wie wirft man den Anker aus? Was ist bei Schleusen zu beachten? Diese und mehr Fragen beantwortet uns der Mitarbeiter, bevor’s auf kurze Einführungsrunde über den Röblinsee geht. Zum Nachlesen gibt’s ein kleines Booklet mit den wichtigsten Tipps und den notwendigen Verkehrszeichen.

Wir ziehen ein!

Nun gehört das Floß uns. Zumindest für die nächsten knapp 48 Stunden. Mit einer Schubkarre schaffen wir unser Gepäck an Bord, der Trinkwasser-Kanister wird noch an Ort und Stelle befüllt, die Camping-Toilette einsatzbereit gemacht und dann kann’s auch schon losgehen. “Kilometer machen” ist für dieses Wochenende nicht unser Ziel, wir haben uns vorgenommen, es ruhig anzugehen und in erster Linie das Leben an Bord zu genießen. Dennoch juckt es uns natürlich in den Fingern, den Röblinsee zu durchqueren und über die Havel zum Menowsee zu schippern…

Leinen los!

Leinen los!

2 Tage und 2 Nächte auf dem Floß

Auf dem Weg zum Menowsee passieren wir eine Schleuse. Die Regeln – vor der roten Ampel halten, innerhalb der Schleuse rechts anlegen, mit zwei Seilen das Floß festhalten, etc. – haben wir uns vorher noch einmal genau durchgelesen. Das Schleusen geht erstaunlich einfach vonstatten und so kann es nach knapp 10 Minuten weiter gehen, Richtung Menowsee, unserem Ziel für den heutigen Tag. Ok, wir haben keine wirklich große Strecke zurück gelegt, aber dafür genießen wir den Sonnenuntergang bei Salat mit Stremellachs inmitten des Sees. Aber seht selbst:

Wo hat man schon beim Kochen solch einen Ausblick...?

Wo hat man schon beim Kochen solch einen Ausblick…?

Hmmm...

Hmmm…

Fischer im Abendrot

Fischer im Abendrot

Sonnenuntergang auf dem Menowsee

Sonnenuntergang auf dem Menowsee

"Blue Night"

“Blue Night”

Während alle anderen Boote in Ufernähe ankern, haben wir uns entscheiden, mitten auf dem Menowsee zu ankern. Für den Abend auch prinzipiell eine sehr gute Entscheidung… Doch gegen 05.00 Uhr weckt uns peitschender Regen und Sturm. Der Anker hatte das Floß nicht an Ort und Stelle gehalten und der nächtliche Sturm hatte uns ins Schilf gedrückt. Blitzschnell also raus in den Regen, Anker einholen und das Floß aus dem Schilf manövrieren. Wir entscheiden uns, den Menowsee zu verlassen und ein windstilleres Plätzchen auf der Havel zu suchen. In der Nähe von Kleinmenow, kurz vor dem Ziernsee werden wir fündig, ankern und schlafen weiter, bis uns gegen 09.00 Uhr erneuter Regen weckt.

Grüne Ufer so weit das Auge reicht...

Grüne Ufer so weit das Auge reicht…

Ufer-Impressionen

Ufer-Impressionen

Das Wetter spielt uns an diesem Samstag nicht gut mit, doch gegen Mittag hört der Regen auf und wir “jagen” auf dem Ziernsee der Sonne hinterher. Immer wenn wir irgendwo eine sonnige Ecke gefunden zu haben glauben, wandert sie weiter. Am frühen Nachmittag ankern wir am Ufer und entscheiden uns für einen kurzen Waldspaziergang.

... sind halt doch Landratten... ;)

… sind halt doch Landratten… ;)

Der Samstagnachmittag ist weitestgehend sonnig und ein windstilles Plätzchen finden wir auch. Hier genießen wir vor allem die Ruhe auf dem See und unser selbst gekochtes Essen. Ja, auch in einer solch kleinen Küche mit nur einem 2-Platten-Gaskocher lässt sich was Leckeres zaubern. Wein und Spiele sorgen für den Rest.

Die zweite Nacht wird wesentlich ruhiger, dafür aber auch kälter. Gut, dass sich an Bord ein Petroleum-Ofen befindet, der die Kajüte wirklich blitzschnell aufheizt. Wir schlafen bis ca. 09.00 Uhr und fühlen uns gut erholt. Noch drei Stunden, dann müssen wir uns schon wieder vom Floß trennen.

Die letzten Minuten genießen, bevor's wieder nach Hause geht...

Die letzten Minuten genießen, bevor’s wieder nach Hause geht…

Gegen Mittag geht's zurück zum Campingplatz "Am Röblinsee"

Gegen Mittag geht’s zurück zum Campingplatz “Am Röblinsee”

Wir sind nicht die Einzigen, die wieder nach Hause müssen...

Wir sind nicht die Einzigen, die wieder nach Hause müssen…

Fazit

Ein Wochenende ist zu kurz! Man braucht schon mindestens einen ganzen Tag, um sich an das Floß zu gewöhnen und vom Alltag abschalten zu können. Wenn man sich dann quasi gerade erst “eingelebt” hat und muss dann schon wieder an Land gehen… Dennoch hat uns die kurze Floßtour riesig Spaß gemacht (Wiederholung garantiert!). Als Tipp für jeden, der auch mal Lust hat, mit dem Floß zu reisen: bucht nicht weniger als 4-5 Tage, nehmt unbedingt  gute (!) Schlafsäcke, Decken und Isomatten/Luftmatratzen mit. Und benutzt immer beide Anker! ;)

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